Die Coronakrise hat uns allen mal wieder klar vor Augen geführt, wie wichtig Pflegeberufe für unsere Gesellschaft sind. Zum neuen Ausbildungsjahr im Herbst 2020 startete das Landesamts für Pflege in Amberg deshalb die Initiative Mentoren für Pflege für Studierende und Auszubildende in Pflegeberufen. Wir haben zwei Mentoren besucht und nachgefragt, wie sie dem Fachkräftemangel in Pflegeberufen entgegenwirken wollen.

Unterstützung für Auszubildende und Studierende

Gut, dass mal wieder die Sonne scheint! So radeln wir die Vils entlang Richtung LGS-Gelände, biegen links zum Gewerbegebiet ab und treffen uns auf einer Parkbank im Landesamt für Pflege mit Simon Bayer und Kristina Pinther. Die beiden sind Teil des fünfköpfigen Teams „Mentoren für Pflege“, das aus ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpflegern, einer Psychologin und einem Sozialpädagogen besteht. Mit ihrem Projekt wollen sie eine neue Anlaufstelle für Azubis im Gesundheitswesen geschaffen.

Zum Einstieg in unser Gespräch stellen wir schnell fest: die Begeisterung für den Pflegeberuf kann durch Herausforderungen und Probleme in der Ausbildung schnell getrübt werden. Darum beenden viele PflegeschülerInnen vorzeitig ihre Ausbildung. Umso wichtiger ist es, dass sich jemand vom Fach Zeit nimmt, den Auszubildenden zuhört und für sie da ist.

Schon mal von Psychohygiene gehört?

Besonders in Pflegeberufen ist es wichtig, sich um die eigene psychische Gesundheit zu kümmern, denn die Arbeit im Gesundheitswesen kann herausfordernd und belastend sein. Psychohygiene beschreibt also alle Maßnahmen, die dem Schutz der psychischen Gesundheit, der Bewältigung von Stress und der Erhaltung des eigenen Wohlbefindens dienen. 

Das Angebot der „Mentoren für Pflege“ setzt genau in diesen Situationen an und unterstützt angehende Pflegekräfte bei Problemen, Ängsten und Sorgen. Denn die Mentoren und Mentorinnen wissen genau, wie die Ausbildung im Gesundheitswesen abläuft und welche Herausforderungen auf Auszubildende und Studierende zukommen können.

 

Für jedes Anliegen ein Ansprechpartner

Simon und Kristina sind mit der Arbeit im Gesundheitswesen bestens vertraut. Vor der Arbeit als Mentor war Simon als Leiter eines Altenheims und Kristina als ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin tätig. Doch besonders die Ausbildung in Corona-Zeiten bringt ganz neue Herausforderungen mit sich. Von Simon erfahren wir, dass sich Auszubildende oft mit ganz praktischen Problemen an die MentorInnen wenden. So treten Schwierigkeiten im Digital-Unterricht und E-Learning auf, Anleitungen in der praktischen Ausbildung können nicht ausführlich genug durchgeführt werden oder den Auszubildenden fehlt jemand, der ihnen zuhört.

Bei vielen Fragestellungen kann das Team der MfP weiterhelfen und gemeinsam mit Auszubildenden Lösungen für ihr Problem finden. Für die MentorInnen gilt – können wir nicht weiterhelfen, lassen wir Euch nicht allein, sondern finden gemeinsam den richtigen Ansprechpartner.

 

Nach unserem Gespräch sind wir wirklich beeindruckt von dem Angebot „Mentoren für Pflege“. Noch dazu ist das Ganze kostenlos, anonym und unverbindlich! Angehende Pflegekräfte können die MentorInnen einfach per Telefon oder E-Mail kontaktieren. Wenn ihr in der Pflege seid oder jemanden kennt, der sich für einen Job in der Pflege interessiert, dann erzählt unbedingt von dem Angebot weiter und teilt den Link hier mit weiteren Infos.